Gedenkabend für Hans Gielge, den großen „Ausseer“

  

Am 16. Jänner 1970 starb Hans Gielge. Obwohl der große Volkskundler in Gramastetten aufwuchs, ist sein Name untrennbar mit dem Ausseerland verbunden, jener Region, die ihm im Alter von 20 Jahren zur geschätzten Heimat wurde.  Rückblickend - eine halbes Jahrhundert nach seinem Tod – will das Ausseer Kammerhofmuseum mit einem Gedenkabend am 25. Jänner wieder an Hans Gielge erinnern.

 

Im Ausseerland fand Hans Gielge, was ihn ein Leben lang faszinierte – eine noch lebendige Volkskultur. Hier konnte er in allen volkskundlichen Sparten rege Aktivitäten entwickeln, wobei sein besonderes Interesse den verschwindenden Traditionen der (klein)bäuerlichen Gesellschaft galt, um sie in einer sich rasch ändernden Welt als Kulturgut zu erhalten. Er sammelte und veröffentlichte Jodler und altes Liedgut, komponierte aber auch selbst. Viele seiner Lieder sind längst in das allgemeine Volksliedgut eingegangen.

Hans Gielge war vielseitig begabt. Einige seiner zahlreichen Publikationen illustrierte er eigenhändig, was ihn auch als begnadeten Zeichner und Maler ausweist. Sein Talent als vorzüglicher Beobachter, Karikaturist und sprachgewandter Texter bewies er auch in seinen zahlreichen Faschingbriefen. Schon in den 1930er Jahren drehte Gielge mehr als 20 Filme, die er auch öffentlich präsentierte. Heute erweist sich seine filmische Hinterlassenschaft als wertvolle Dokumentation einstiger Lebensgestaltung in seiner Wahlheimat.

Hans Gielge war von der gesellschaftlichen Bedeutung der Traditionspflege überzeugt und verstand es, den Menschen im Ausseerland die Augen für den Wert ihrer über Jahrhunderte gewachsenen Volkskultur zu öffnen und ihre Musik, ihr Brauchtum und vor allem ihre Tracht wieder im Bewusstsein zu verankern. Dabei nutzte er seine musischen, komödiantischen und organisatorischen Fähigkeiten. Er gründete mehrere Gesangs- und Musikantengruppen, mit denen er im In- und Ausland zahlreiche Veranstaltungen bestritt. Auch mit aufsehenerregenden Umzügen verstand er es, das Ausseer Kulturgut wirksam zu präsentierten und ihm so Gewicht zu verleihen.

Für so Vieles, das man heute ganz selbstverständlich mit dem Ausseerland verbindet, hat Hans Gielge jahrzehntelang gekämpft. Wir sehen sein Schaffen heute als großes Verdienst, aber ihm selbst war es Bedürfnis. Damit trug er wie kein anderer zur viel zitierten Identität der Ausseer mit ihrer Heimat bei.

Das Ausseer Kammerhofmuseum, das sich der Geschichte und der Volkskultur des Ausseerlandes widmet, fühlt sich diesem großen „Ausseer“ verpflichtet, ist es doch im Besitz des umfangreichen und kostbaren Nachlasses.

Peter Grill, Sohn von Ernst Grill, einem der letzten noch lebenden Weggefährten und Freund Hans Gielges, ist selbst Mitarbeiter im Kammerhofmuseum. Er zeichnet für die Gestaltung des Gedenkabends verantwortlich. Auf dieser Zeitreise begleiten ihn Gruppen, die das musikalische Schaffen Hans Gielges ehren:  die Ausseer Bradlmusi und der Leonharder Dreigesang als traditionelle Interpreten von Gielgestückln und Gielgeliedern, die Altbadseer als jüngste Träger des Altausseer Hans-Gielge-Preises und die Hollerschnapszuzler als erstklassiger heimischer „Gsang“. Der Ausseer Frauenchor und der Männergesangsverein „Liedertafel“ wollen an den einstigen „Gielgechor“ erinnern.  


Der Gedenkabend findet am 25. Jänner 2020 um 19:30 Uhr im Festsaal des Kurhauses statt. Karten um € 18.- sind in allen Informationsbüros des Tourismusverbandes Ausseerland-Salzkammergut (www.kultur.ausseerland.at; info@ausseerland.at; Tel.: 03622 52323) erhältlich!

Karten an der Abendkasse kosten € 20.-                       

 



Ausseer Kammerhofmuseum erhielt das Museumsgütesiegel für weitere 5 Jahre.

Das Ausseer Kammerhofmuseum wurde erstmals 2004 mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet.
Am 09. Oktober wurde die Gültigkeit dieser Auszeichnung für das Kammerhofmuseum zum dritten Mal um weitere fünf Jahre verlängert.

 

 
Das Museumsteam freut sich über die Auszeichnung!

 



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