Elchfunde im Kammergebirge (Dachstein)                              

Günter Graf

Band 32a; 2014

 

Nahezu das gesamte Kammergebirge ist ein verkarstungsfähiges Gebiet mit zahlreichen Höhlen und Schächten. „Senkrechtlöcher“ bilden natürliche Tierfallen. Insgesamt wurden Reste von mehr als einem Dutzend Elchen, aber auch von Rindern und Braunbären gefunden.

Laut Schätzungen und Datierungen stammen die Funde aus einer Zeit vor etwa 6000 bis 1100 vor Christus (subfossil bis rezent). Vermutungen erlauben jedoch das Vorkommen der Elche im mittleren Ennstal und im Mitterndorfer Becken bis in das frühe Mittelalter. Elche bevorzugen einen waldreichen, von Mooren und Sümpfen durchzogenen Lebensraum, den sie nach dem Schwinden der Vergletscherungen des Würm-Hochglazial vor ca. 15 000 Jahren dort fanden.

€  10,00

 

Die Herrschaft aus der Stadt auf Sommerfrische                   

H. M. Roithner

Band 33a, 2014

 

In der knapp 30-seitigen, mit Abbildungen versehenen Broschüre beschäftigt sich der Autor mit dem Thema Sommerfrische, wobei er mehrere Aspekte berücksichtigt. So beginnt er mit einer kurzen Geschichte des Reisens und der Entdeckung der Landschaft, um dann die sozial- und mentalitäts-geschichtlichen Grundlagen der klassischen Sommerfrische zu skizzieren und sich anschließend mit dem Versuch einer „Psycho-Analyse“ der Einheimischen als Chronist der Ausseer Seele zu erweisen. Zuletzt beschäftigt ihn die Frage nach einer Renaissance der Sommerfrische als touristischer Kulturform.

 €  8,50

 

Die „Völkertafel“                                                                          

Ihr Nachleben als europäische Kuriositätenschau mit einem Anhang über die „Steirer“

F.K. Stanzel, Friederike Weitzer, Robert Engele

Ausstellungskatalog, Band 32b; 2016

 

Die „Völkertafel“ des Ausseer Kammerhofmuseums hat in letzter Zeit international die Aufmerksamkeit der National-Stereotypenforschung erregt. Auf ihr werden die zehn „fürnehmsten“ Völker Europas streng schematisch - wir befinden uns in der ersten Hälfte des 18. Jhdts. - nach jeweils sechzehn Attributen charakterisiert. Für viele der hier genannten Eigenschaften kann eine lange, literarisch belegte Geschichte nachgewiesen werden. Doch kaum hundert Jahre später erscheinen manche dieser Nationalcharaktere als komische Figuren auf der Bühne oder werden in Satire- und Witzzeichnungen dem Spott preisgegeben. Kann daraus geschlossen werden, dass sie von nun an als stereotype Verallgemeinerungen durchschaut wurden?

Was die Steiermark anbelangt, so konnten sich manche Vorstellungen von dem „wilden Volk hinterm Semmering“ aus europäischer Sicht überraschend lange halten. Ausstellung und Katalog widmen sich auch diesen Vorurteilen, dem Steirer als Arsenikophagen, Kropfträger und „Beinahevampir“.

€  8,50

 

Eugenie lebt                                                                                 

Spekulationen über das Phänomen Eugenie Schwarzwald

Robert Streibel

Ausstellungskatalog, Band 33b; 2016

 

78 Jahre nachdem Eugenie Schwarzwald aus Österreich vertrieben, die Schule in der Herrengasse in Wien geschlossen wurde und das Sommerheim „Seeblick“ in Grundlsee verkauft werden musste gibt es eine kleine Ausstellung in Aussee über diese Pädagogin und Philantropin – dazu einen Begleitkatalog.

Eugenie Schwarzwald war und ist ein Phänomen. Wer kann von sich sagen in mehreren literarischen Gattungen porträtiert oder erwähnt worden zu sein? Karl Kraus, Robert Musil, Jakob Wassermann, Karin Michaelis, Alice Herdan-Zuckmayer, Felix Dörmann oder Hilde Spiel, um nur einige zu nennen, haben ihr Denkmäler gesetzt.

Bereits Mitte der 20er Jahre hat „Frau Doktor“, wie sie genannte wurde, das Radio für ihre Botschaften entdeckt. Ihre SchülerInnen haben sie nicht vergessen und obwohl sie 1940 im Exil in Zürich verstarb, hat sich nach 1945 ein Kreis in der ganzen Welt verstreuter WeggefährtInnen aufgemacht, damit ihr die Würdigung widerfährt, die ihr zusteht.

In ihrem Salon waren viele Persönlichkeiten zu Gast oder wurden entdeckt. Eugenie Schwarzwalds Ideen was Schule betrifft sind leider auch heute noch immer aktuell und noch nicht zur Gänze in die Tat umgesetzt.

€  8,50

 

Wilhelm Kienzl                                                                             

Eine Erinnerung

Christoph Auerböck, Sieglinde Köberl

Ausstellungskatalog, Band 38; 2018

 

Der 1857 in Waizenkirchen geborene und später in Gmunden und Graz aufgewachsene Komponist begann seine künstlerische Laufbahn im Bann Richard Wagners, doch mit dem musikalischen Schauspiel Der Evangelimann gelang es ihm, einen volkstümlich-österreichischen Typ der zeitgenössischen Oper zu prägen. Kienzl liebte Bad Aussee, wo er fast ein halbes Jahrhundert lang seine „kreativen“ Sommer verbrachte.

Die Ausstellung ist reich bebildert und schildert Kienzls künstlerischen Werdegang, seine Erfolge und seine Probleme mit der Neuen Musik. Den Aufenthalten in Aussee ist breiter Raum gewidmet. Ein Kurzfilm mit Musikbeispielen rundet die Ausstellung ab.

€  8,50

 

1918 1938                                                                                  

Eine Zeitwanderung durch das Ausseerland                                                                                            

Christoph Hufnagl, Anton Strobl

Band 35; 2018

 

Im ersten Teil der Publikation widmet sich Christoph Hufnagl zunächst der anfänglichen Kriegsbegeisterung und völlig falschen Einschätzung des Kriegsverlaufes  bei einem Großteil der Ausseer Bevölkerung sowie der gut funktionierenden Propagandamaschinerie, um dann den schrecklichen Kriegsalltag im Ausseerland und die kontinuierliche Verschlechterung der Versorgungslage bis zum katastrophalen Höhepunkt im Schicksalsjahr 1918 mit seinen Hungertoten zu dokumentieren. Doch mit dem Übergang von der Monarchie zur Republik waren die Sorgen der Menschen nicht verschwunden.

Schon bahnten sich Entwicklungen an, die 1938 zum „Anschluss“ führen sollten, in der vorliegenden Publikation geschildert von Anton Strobl. Bei der Auseinandersetzung mit  den Vorgängen, die dem „Anschluss“ voraus gingen -  dem Ständestaat, der Machtübernahme durch die NSDAP und ihrer nachträglichen Scheinlegitimierung - und der Folgen des Anschlusses trägt der Autor so wie bei Hufnagl sowohl dem allgemein-historischen Kontext als auch der Sachlage im Ausseerland Rechnung.

Kurz gefasste, aber anschauliche Darstellung eines wesentlichen Abschnittes unserer Zeitgeschichte durch zwei junge Historiker!   (29 Seiten)

€  8,50

 

Die 3651 Tage oder

Rückkehr mit Hindernissen                                              

Hans Michael Roithner

Band 36; 2018

 

Am 4. Juni 1938 wurde der Gerichtsbezirk Bad Aussee an den Gau „Oberdonau“ angeschlossen, was den ehemaligen Widerstandskämpfer und späteren Nationalratsabgeordneten Albrecht Gaiswinkler dazu veranlasste, von eine „Widernatürlichen Lostrennung“ zu sprechen. Er war es auch, der sich für die Rückgliederung des Ausseerlandes im Juni 1948 an die Steiermark stark gemacht machte. Doch nicht alle Menschen der Region waren seiner Meinung.

Die „Vorgeschichte“ zu diesem für das Ausseerland historischen Ereignis wird vom Autor nach einem Blick hinter die Kulissen mit einer Prise Witz und „unfreiwilliger“ Komik dargestellt. Dabei scheut er nicht davor zurück, die dem Historiker gesetzten Grenzen durch persönliche Interpretationen zu überschreiten.    (29 Seiten)

€  8,50

 

Migrationsgeschichte(n) aus dem Ausseerland                      

Ein Streifzug durch die Jahrhunderte

Lorber, Tasotti, Schmidlechner

Band 37; 2018

 

Im Rahmen des Projekts „Diversität im Museum“ des Fachbereichs Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz wurden Migrationsgeschichte(n) von Menschen in, um und aus Aussee gemeinsam mit dem Kammerhofmuseum aufgearbeitet. Damit sollen Migrationen – grundlegendes Element der Menschheitsgeschichte – auch als Teil der regionalen Geschichte sichtbar gemacht werden.

Nach der Einleitung mit einer kurzen wissenschaftlichen Abhandlung des Themas Migration wird anhand ausgewählter Beispiele -  vom Bergbaufachmann Niclas von Röhrenbach und den großen Salzverwesern über Erzherzog Johann und  Dr. Josef Schreiber  bis zur Familie Mautner und Hans Gielge – aufgezeigt, wie das Wissen, Wirken und die  Kultur dieser Menschen die Entwicklung der Region beeinflusst haben. Umgekehrt wird auch jenen „Einheimischen“, die außerhalb der Region großes geleistet haben, Rechnung getragen.       (32 Seiten)

€  8,50

 

Orchideen

Im Ausseerland und im Ennstal

M. Kohlbacher, S. Köberl

 

Auch im Ausseerland und im Ennstal sind diese botanischen Kostbarkeiten verwurzelt. Sie faszinieren uns vor allem mit der Wohlgestalt ihrer Blüten, beeindrucken aber auch mit den trickreichen Methoden, die Bestäubung durch Insekten zu sichern. Andere Arten wiederum verzichten auf die sexuelle Fortpflanzung und ziehen es vor, sich zu klonen.

Viele heimische Orchideen sind selten geworden. Ihre Anpassung an „magere Lebensräume“ und ihre Empfindlichkeit gegenüber (meist durch den Menschen bedingte) Veränderungen der Umwelt sind wohl die Ursachen dafür.

Manfred Kohlbacher ist seit Jahren der Faszination unserer heimischen Orchideen erlegen und hat alle im Ausseerland und auch im Ennstal beheimateten Arten in Zusammenarbeit mit dem Joanneum/Abteilung Botanik dokumentiert.

Text und Zeichnungen sind zwar penibel recherchiert, aber nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern zum raschen Kennenlernen der Orchideenfamilie und zur Einstimmung auf den grandiosen Fototeil gedacht.

€  13,00

 

Die Eiszeiten und das Ausseerland                                           

Geowissenschaftliche Aspekte

Univ Prof. Dr. Dirk van Husen

Katalog zur Ausstellung, 2019

 

Die Entwicklung des Erdklimas ist durch Schwankungen des Temperaturniveaus und somit der Eisbedeckung charakterisiert. Warme Perioden wechseln mit sehr kalten Phasen, den bekannten Eiszeiten, die auch im Alpenraum großräumige Vergletscherungen zur Folge hatten.

Ausgehend von der Präsentation der Klimaentwicklung der letzten 800 000 Jahre, beschäftigt sich die Ausstellung mit den Methoden zur Klimarekonstruktion und Datierung, um dann auf die astronomischen und plattentektonischen Ursachen der großen Klimaschwankungen einzugehen.

Der Hauptteil der Ausstellung widmet sich der geologisch jüngsten Entwicklung im Ausseerland, der Würm-Kaltzeit, und ihrer landschaftsprägenden Wirkung. Eindrucksvoll zeigt sie, wie die Gletscher unsere Landschaft modelliert haben - durch Erosion und das Material, das sie mitgeführt und fast flächendeckend abgelagert haben. Man erfährt auch von einem geheimnisvollen, sehr tiefen See, dem „Loch“ von Bad Aussee und von der Traun, die einst zur Enns hin abfloss. Auch die Bildung der im Ausseerland „Hucht“ genannten Traun-Konglomerate wird erläutert.

Der Ausstellungskatalog ist mit der Ausstellung text- und bildgleich.€  8,50

 

 

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